2010.11 : 5 Jahre Seligsprechung

pic seligsprechung 02 k Am 13. November 2010 jährt sich die Seligsprechung Charles de Foucaulds zum 5. Mal

Pfarrer Alois Glasner aus Mürzzuschlag (Österreich), ein Mitglied der Priestergemeinschaft, erinnert sich, wie die Anreise zur Seligsprechung für ihn selbst zu einem Abenteuer wurde:

Ich war vor fünf Jahren dabei, als Charles de Foucauld in Rom selig gesprochen wurde. Für mich wurde die Seligsprechung des "Abenteurers der Liebe Gottes" (J. F. Six) auch ein Abenteuer: Zuerst bekam ich im Frühling nicht mehr das gewünschte Bahnticket, deshalb buchte ich einen Flug. Wegen des Todes von Papst Johannes Paul II. wurde die Seligsprechung zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben. Deshalb buchte ich den Flug nach Gefühl in den Herbst um. Der Termin stimmte leider nicht, aber zum festgesetzten Termin war dann doch ein Platz frei.

Anreise mit Hindernissen
Beim Abstellen des Autos in der Nähe des Flughafens Wien Schwechat merkte ich, dass ich meine Geldbörse vergessen hatte. In meiner Not bat ich einen Pfarrer um Geld. Dieser zögerte lange und als ich endlich am Flughafen war, war das Flugzeug schon weg. Die Angestellte von Alitalia erkannte meine traurige Situation und bot mir ihre Hilfe an: Vielleicht ist beim Abendflug ein Platz frei. Ich hatte Glück. Da ich Zeit hatte, fuhr ich die etwa 120 km wieder nach Hause, holte die Geldbörse und flog am Abend nach Rom. Mit viel Glück erreichte ich in Rom den Zug vom Flughafen in die Stadt. Dort stand ich vor verschlossenen U - Bahnstationen und ich kannte mich nicht mehr aus. Da traf ich zufällig vor dem Hauptbahnhof eine deutsche Gruppe, die gerade von Tre Fontane von der Vigil zur Seligsprechung kam. Mit dieser Gruppe konnte ich eine Zeit lang im Bus mitfahren und erreichte endlich das Hotel. Es war schon nach Mitternacht. Bei all den lustigen und weniger lustigen Stolpersteinen leitete mich der Gedanke: Bruder Karl will mich bei seiner Seligsprechung in Rom haben.


Seligsprechung und Dankgottesdienst
pic seligsprechung 02 kAls Höhepunkt der Seligsprechung erlebte ich, als im Petersdom das Bild des neuen Seligen enthüllt wurde. Es berührte mich tief. Ein weiterer Höhepunkt war am darauf folgenden Tag der Dankgottesdienst in Tre Fontane.

Hier möchte ich noch einige Zitate aus den Gottesdiensten in Rom aufzählen, die mich damals beeindruckt haben und die auch nach den fünf Jahren noch nachwirken:

"Ich wollte … das Geheimnis dieses Mannes entdecken, mit dem ich auf diese oder jene Weise meine besten Stunden verbringen sollte. Es dauerte nicht lange, bis ich die Antwort bekam. Seine Einfachheit zog mich an, seine Art, die Menschen zu lieben, seine Art zu leben."
Rania Boussaïd, geboren in Tamanrasset, am Vorabend der Seligsprechung bei der Vigilfeier. Sie war eine Muslima und versah seit 2002 einen Dienst im Bordj von Charles de Foucauld. Heuer ist sie in einem Wadi tödlich verunglückt. (vollständiger Test des Zeugnisses in pdf)


" 'Jesus, die Liebe' das sind die Worte, die Charles de Foucauld als Devise gewählt hatte...     Pater Huvelin über Charles de Foucauld: 'Er hat aus der Religion Liebe gemacht' ...       'Es gibt kein Wort des Evangeliums, glaube ich, das auf mich einen tieferen Eindruck gemacht hat und meine Ansicht mehr verändert hat als dieses hier - Was ihr einem der Geringsten tut, das habt ihr mir getan - wo er die Gegenwart in der Eucharistie und diejenige in den Geringsten miteinander in Parallele setzt: Charles de Foucauld bleibt am Anfang dieses dritten Jahrtausends, ein fruchtbarer Bezugspunkt, eine Einladung zu einem radikal evangeliumsgemäßen Lebensstil ...      ein "harmloser" Glaube sagt niemandem etwas "  
Kardinal José Saraiva Martins in seiner Predigt zur Seligsprechung, (vollständiger Text der Predigt in pdf)

"Eucharistie, Quelle der Geschwisterlichkeit "
aus dem Tagesgebet

"Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude, deine Weisung trage ich im Herzen "
aus dem Antwortpsalm


Pfr. Alois Glasner, Mürzzuschlag, Österreich