2007.04 : Generalversammlung der Association Generale in Tamanrasset

pic algerien tam freg kVom 14. bis zum 22. April 2007 fand die Generalversammlung der Association Generale, der Weltverantwortlichen der geistlichen Familie Charles de Foucauld in Tamanrasset statt.

Es waren schon mehr als 50 Jahre verstrichen seitdem die Association der geistlichen Familie 1955 in Beni-Abbès gegründet worden war und der Bischof der Sahara Claude Rault hatte bei der Seligsprechung von Bruder Karl in Rom eingeladen, die Generalversammlung diesmal wieder in Algerien und zwar in Tamanrasset abzuhalten. Alle Teilnehmer hatten diese Einladung freudig angenommen und es sollte eine Pilgerfahrt auf den Spuren von Charles de Foucauld werden, dort wo er die letzten 11 Jahre seines Lebens verbracht hatte und auch seinen Tod erlitt. Zudem kannten die meisten Verantwortlichen und Leiter der verschiedenen Gemeinschaften Tamanrasset nicht, so war diese Versammlung für alle von großer Bedeutung.

 

Hier ein ausführlicher Bericht von KS Roswitha von Oppenkowski, Kleine Schwester vom Evangelium:

Ich hatte das Glück, daran teilnehmen zu können, da unsere Generalverantwortliche Kleine Schwester Marie Christine Lacroix unter anderem aus gesundheitlichen Gründen nicht abkömmlich war. Als wir allerdings mit viel Freude und Enthusiasmus die Einladung nach Tamanrasset zu fahren, angenommen haben, waren wir uns nicht bewusst, was das für die Equipe der Vorbereitung bedeutete, solch eine Reise für eine so internationale und verschiedenartige Gruppe, die wir sind, zu organisieren , wo keiner von uns die Orte und Umstände kannte. Doch mit der tatkräftigen Hilfe von Antoine Chatelard vor Ort haben wir es geschafft und 14 verschiedene Gruppen haben an der Pilgerfahrt teilnehmen können.

¢ Isabel Lara Jaen, Kl. Schwester vom Heiligsten Herzen
¢ Marc Hayet, Kl. Bruder von Jesus
¢ Raymonde Andrée, Kl. Schwester von Jesus
¢ Amand De Cock, Priestergemeinschaft Jesus Caritas
¢ Elisabeth de La Taille-Trétinville, Gemeinschaft Jesus Caritas
¢ Antoinette Roberti, Gemeinschaft Charles de Foucauld
¢ Georges Gouraud, Kl. Bruder vom Evangelium
¢ Roswitha von Oppenkowski, Kl.Schwester vom Evangelium
¢ Magda Smet, Kl. Schwester von Nazareth
¢ Joan Figuerola, Comunitat de Jesus
¢ Francklin Armand, Kl . Bruder von der Menschwerdung
¢ Emmanuelle Victor, Kl. Schwester von der Menschwerdung
¢ Gilles Laberge, Kl. Bruder vom Kreuz
¢ Tran Minh Cuong, (Jean Baptiste) Missionar vom Diener Jesus

Wir haben es sehr bedauert, dass Geneviève Gbenou, Kl. Schwester vom Herzen Jesus, Bangui und Ana Maria Marabotto, Fraternität Charles de Foucauld ihr Visum für Algerien nicht rechtzeitig bekommen haben und deshalb nicht an unserem Treffen haben teilnehmen können; desgleichen Marguerite Garde und Henry de Ruffray von der Gruppe Charles de Foucauld aus gesundheitlichen Gründen; Jean François Six, Union Sodalitat Charles de Foucauld und Piero Comunità Jesus Caritas, Foligno fehlten ebenfalls.

Es sind fast 100 Jahre vergangen seit Charles de Foucauld in Tamanrasset gelebt hat. Er schrieb: "Ich habe Tamanrasset gewählt, ein kleines Dorf....abseits von allen wichtigen Zentren...ich habe diesen verlassenen Ort gewählt und lasse mich dort nieder."Carnets de Tamanrasset 11. August 1905

Jedoch welch ein Wandel in 100 Jahren! Heute ist es eine ansehnliche Stadt, mitten in einer großen Steinwüste, am Fuß des Hoggar Gebirges, florierend und vom Tourismus geprägt. Von April an geht die Saison zu Ende, da die große Hitze beginnt, aber dennoch gab es mehrere direkte Flüge von Paris, von Marseille und von Algier nach Tamanrasset. Die Schönheit der Natur ist außerordentlich; von der Terrasse unseres Campingplatzes konnten wir schon einen Teil des Hoggar Gebirges bewundern und den Assekrem von weitem erahnen. So konnten wir nicht widerstehen und haben sogar einmal auf der Terrasse den Gottesdienst gefeiert, der mit einem herrlichen Sonnenuntergang zu Ende ging.

Das Thema unseres Treffens war von den einzelnen Gruppen vorbereitet und vertieft worden: "Unsere Erfahrung des Zusammenlebens mit Muslimen und die sich daraus ergebenden Herausforderungen." In kleinen Gruppen tauschten wir darüber aus. Antoine Chatelard sprach dann über das Thema " Charles de Foucauld und die Muslime". Wir hätten ihm noch länger zuhören können, denn er sprach aus der Fülle seines Herzens und mit großer Kenntnis und zitierte sogar aus noch unveröffentlichten Briefen. Claude Rault teilte seine lange Erfahrung des islamisch-christlichen Dialogs mit, denn seine Diözese besteht hauptsächlich aus Muslimen. Einige von ihnen bezeugten uns ihre Bewunderung für Charles de Foucauld als universeller Bruder und als Mensch überhaupt. Tatsächlich scheint es, dass mehrere Leute aus Algerien anfangen, die Figur Charles de Foucauld zu entdecken und verschiedene Aspekte seiner Personalität wie z. B. seine Sprachleistung zu schätzen. Antoine erzählte von mehreren Beispielen, eine erfreuliche Entwicklung!

Zu den internen Angelegenheiten der Versammlung gehört jedes Mal über die neuen Gruppen, die entstehen und die sich auf die Spiritualität von Charles de Foucauld berufen, zu debattieren, ob sie in die Association der geistlichen Familie aufgenommen werden können oder sollen. Diesmal sind die "Discepole del Vangelo", die nahe bei Treviso in Italien wohnen, aufgenommen worden und mit diesem Zweig sind es nun 20 Gruppen, die offiziell zur Association gehören. Es gibt natürlich viele andere Gruppen, die sich auf diese Spiritualität berufen und es ist nicht nötig, dass alle in die Association eintreten.

Die Fahrt nach Tam war als Pilgerfahrt auf den Spuren Charles de Foucauld gedacht und wenn die Zeit auch kurz war, so haben wir die Frégatte, den Bordj und den Assekrem besuchen können, Orte, die für uns viel bedeuten, da Bruder Karl dort gelebt hat. Die Frégatte liegt sehr nahe bei der Fraternität der Schwestern vom Heiligsten Herzen. Sie ist langgestreckt und nur 1,75 m breit, da das verwendete Material, der Reisig vor allem, für das Dach nicht länger war. Dort hat Bruder Karl von 1905 - 1916 gelebt. Wir haben lange beten können und auch die Messe zusammen feiern können. Der Bordj, wo Charles de Foucauld die letzten 5 Monate gelebt hat und erschossen wurde, beeindruckt sehr durch seine große Anlage und seine Höhe. Im Innenhof sieht man den Rest eines Brunnens. Rania, die am Vorabend der Feier der Seligsprechung in Tre Fontane gesprochen hatte, erklärte uns als gute Touristenführerin mit viel Geschick alle Einzelheiten dieser Konstruktion. Man kann die Treppen hochsteigen und hat eine gute Aussicht über die ganze Stadt und Umgebung! Aber wie sehr hat sich diese Umgebung seit seinem Tod verändert! Wenn früher der Bordj die ganze Wüstenebene beherrschte, so ist er heute ein Gebäude unter vielen anderen und mit Mauern umgeben.

Donnerstag und Freitag waren für den Aufstieg zum Assekrem vorgesehen, per Auto wegen der kurzen Zeit; das letzte Stück der 2780 m aber zu Fuß. Welch herrlicher Ausblick auf die Spitzen der so bizarren Hoggar Berge, so weit das Auge reicht. Nachdem wir eine lange Zeit die Landschaft betrachtet hatten, und im Assekrem gebetet hatten, feierten wir dort die heilige Messe und gedachten der ganzen geistlichen Familie! Sonnenuntergang und am nächsten Morgen der Sonnenaufgang hinterließen Eindrücke in mir, die schwer zu beschreiben sind! Die muss man erlebt haben! Mehrmals vor Ort hatten wir die Gelegenheit, die Kleinen Brüder Jesu sei es diejenigen vom Assekrem wie auch die von Tamanrasset und auch die dort wohnenden Kleinen Schwestern vom heiligsten Herzen zu treffen und uns mit ihnen auszutauschen. Sie halten das Gedächtnis an die Inspiration und das Lebenszeugnis von Charles de Foucauld aufrecht.

Diese Fahrt hat in mir den Wunsch geweckt, nach Tamanrasset zurückzukehren und dort eine lange Zeit der Stille zu leben. Das empfehle ich jedem!