2005.10 : Ewige Gelübde des Kleinen Bruders Michael Schilling

pic kbe michael 01 kAm Nachmittag des 30. Oktobers 2005 versammelten sich in der Heilig-Kreuz-Kirche in Görlitz die Menschen zu einem besonderen Gottesdienst, in dem Kleiner Bruder vom Evangelium Michael Schilling seine ewigen Gelübde ablegte.

Vor 38 Jahren wurde er in dieser Kirche getauft. Umso bewegender war es, dass der Pfarrer von damals nun mit konzelebrierte und am Ende des Gottesdienstes Michael und alle Anwesenden segnete. Nicht nur die Heimatgemeinde, sondern die Familie und viele Verwandte, Freunde aus nah und fern, von früher und von jetzt und natürlich die Kleinen Brüder - sie alle waren gekommen, um Michael an diesem Tag zu begleiten.

Der Pfarrer begrüßte die Anwesenden in deutsch und französisch; und diese Zweisprachigkeit durchzog mit einem Charme den ganzen Gottesdienst. In den Texten und Liedern gab es abwechselnd die Übersetzung für die je Anderssprachigen. So konnten zwei verschiedene Welten in ungewöhnlicher Weise zusammen kommen, weil sie sich in der Person und der persönlichen Geschichte von Michael verbinden.

Mich haben besonders die Lesungstexte berührt, in denen mir viel von Michaels Weg und seinem Glauben entgegenkam: Der Ruf Gottes an Abraham, aufzubrechen in das verheißene unbekannte Land (Gen. 12, 1-9), eine Passage aus dem 1. Korintherbrief (1, 3-4 und 18-22), wo es um Gottes Trost und Treue geht, die in seinem uneingeschränkten JA zu uns Menschen in Jesus Christus offenbar geworden ist und schließlich das Evangelium vom Sturm auf dem See, wo Petrus aus dem Boot aussteigt, um zu Jesus zu gelangen (Mt. 14, 22-33).

Als Michael seine Gelübde auf dem Altar unterschrieben hatte, kamen nacheinander alle seine anwesenden 9 Mitbrüder und unterschrieben ebenfalls. Diese Geste zeigte etwas von der Gemeinschaft der Kleinen Brüder vom Evangelium.

Vor dem Altar stand während des Gottesdienstes die so genanntepic ikone cdf 01 k Freundschaftsikone mit Bruder Karl und Jesus. Sie gab dem ganzen Geschehen eine besondere Innigkeit.

Nach dem Gottesdienst waren alle zum Kaffeetrinken in das nahe gelegene Haus der evangelischen Kirche eingeladen. Eine große, reichhaltige und köstliche Kuchentafel lud zum Zugreifen ein. Michaels Vater war seinerzeit ein stadtbekannter Bäcker und auch die Leute aus der Gemeinde hatten fleißig gebacken. Überhaupt hatte die Familie von Michael das ganze Fest liebevoll und tatkräftig mit vorbereitet und am Abend spendierte sie für den engeren Kreis der Gäste ein festliches Abendbuffet.

Das frohe Beisammensein mit Musik und einigen liebevoll gestalteten Programmbeiträgen währte bis in die Nacht. Michael hatte sich gewünscht, dass die Freundschaftsikone von der Kirche mit in den Festsaal wandert und so schlug sie eine Brücke zwischen beiden Orten und verband das Geschehen.
Kleine Schwester Jesu Ulrike