2013.06 Treffen der Bischöfe mit den Geistlichen Gemeinschaften

logoMarianne Bonzelet, Gemeinschaft Charles de Foucauld, Annelie Langenbrinck, Frauengemeinschaft Charles de Foucauld und Hermann Steinert, Priestergemeinschaft Jesus Caritas vertraten ihre Gemeinschaften aus der Geistlichen Familie von Charles de Foucauld beim Treffen der Deutschen Bischofskonferenz mit den Geistlichen Gemeinschaften am 1. Juni 2013 in Ludwigshafen zum Thema Evangelisation

Sie berichten von ihren Eindrücken:

In der geschwisterlichen Atmosphäre des großen Treffens von etwa 50 verschiedenen Gemeinschaften wurde festgestellt, dass im Vorfeld 25 Gemeinschaften ein Statement abgegeben haben, in denen sich die jeweilige Bewegung vorgestellt hat und die Sicht der Gemeinschaft zum Thema Evangelisation dargestellt hat. Unter diesen befand sich auch die Gemeinschaft Charles de Foucauld.

Zu Beginn der Zusammenkunft erläuterte ein Vertreter der Arbeitsgruppe (Vertreter der Geistlichen Gemeinschaften mit Mitarbeitern aus dem Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz), die das Treffen vorbereitet hatte, was ihm an den Statements aufgefallen war:

Er stellte fest, dass viele verschiedene Mittel des eigenen Glaubenslebens zu Tage traten. So war da von Glaubenskursen die Rede, von Bibel-Teilen, von Exerzitien, vom Zeugnisgeben des Glaubens, von evangelisatorischem Tun wie Hausbesuchen, Straßenmission sowie Unterstützung von Jugendlichen und Familien.

Die Musik ist bei vielen sehr wichtig. Viele Gemeinschaften verfügen über ein Haus, in dem man sich trifft. Man möchte in den Dialog gehen und hinhören, was Menschen bewegt.

Die jeweilige Gründerpersönlichkeit der Gemeinschaft steht häufig im Mittelpunkt. Sie bestimmt das Gepräge der Bewegung. Ein großer Impuls an die Diözesen ist zu vernehmen: achtet auf die Charismen, die da sind! Das ist vielen sehr wichtig.

Folgende 5 Themen konnte man aus den Statements besonders heraus lesen:

1. Neben dem Hineinwachsen in den Glauben von klein auf, z. B. durch das Elternhaus, durch kirchliche Jugendarbeit, durch Erstkommunion und Firmung stellt die bewusste Entscheidung das große Plus der geistlichen Gemeinschaften dar. Das bringen sie in die Kirche ein.

2. Vielfach heraus zu lesen sind die Bemühungen der geistlichen Gemeinschaften, ihre Mitglieder dem Evangelium gemäß zu bilden und zu formen.

3. Das Gemeinschaftsleben liegt fast allen Bewegungen sehr am Herzen. Dazu gehört Verbindlichkeit und auch das miteinander Streiten können, also eine Einübung in Konfliktfähigkeit. Der Charakter der Verbindlichkeit fehlt in den Gemeinden weitgehend.

4. Viele Gemeinschaften sind auch von dem Bemühen geprägt, zu den Tiefendimensionen des spirituellen Lebens vorzudringen. Das Leben in den Geistlichen Gemeinschaften fördert die Entfaltung des persönlichen Glaubenswegs.

5. Häufig legt man einen starken Akzent auf eine gut gestaltete und ansprechende Liturgie, in der die Fülle des Glaubens zum Ausdruck kommt.

Keines dieser Themen ist wichtiger als ein anderes. Sie ergänzen sich gegenseitig und sind möglicherweise je nach Lebensphase unterschiedlich stark ausgeprägt.

Nachdem man sich in Kleingruppen über diese 5 Themen ausgetauscht hatte, wurden aus den Gesprächen erwachsende Erwartungen an die Bischöfe schriftlich festgehalten. Dazu gehörten etwa:

-       die Bitte um Wahrnehmung aller Charismen

-       die Entwicklung einer neuen Sprachfähigkeit, die persönlich sein soll statt abstrakt oder auch beschämend

-       die Förderung der spirituellen Kompetenz

-       die Erziehung zur Entscheidungsfähigkeit

-       die Wahrnehmung von Kirche als einer Gemeinschaft von Ungleichen, wobei die Unterschiede aber keine Rangordnung bedingen

-       das Einnehmen einer selbstkritischen Position und die Bereitschaft zur Korrektur

In einem weiteren inhaltlichen Impuls am Nachmittag wurde auf die Aspekte und Themen hingewiesen, die in den Statements komplett fehlten, bzw. nur sehr am Rande vorkamen oder nur in wenigen Gemeinschaften erwähnt wurden:

-       Begegnung mit Christus in den Armen

-       caritative Aufgaben – aber Kirche ohne Caritas ist eigentlich nicht denkbar.

-       der Dialog mit verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen. Davon war fast nur in unserem Statement die Rede.

-       Engagement in den Pfarreien (obwohl zahlreiche Mitglieder Geistlicher Gemeinschaften in den Gemeinden präsent und engagiert sind).

-       die Themen Schule, neue Medien und Kleinkinderarbeit mit Elternunterstützung

-       der Umgang mit alten Menschen.

Schließlich wurden 10 Vertreter benannt bzw. von ihren Gemeinschaften delegiert, um am Dialogtreffen im September in Stuttgart teilzunehmen. Für die Geistliche Familie von Charles de Foucauld wurde Hermann Steinert gebeten an dem Treffen in Stuttgart teilzunehmen. Weitere 6 Mitglieder der Versammlung sind bereit, das nächste Treffen der Geistlichen Gemeinschaften am 5. Juli 2014 mit vorzubereiten. Wurde das erste Treffen dieser Art noch gänzlich von den Bischöfen geplant und organisiert, so sind jetzt die Geistlichen Gemeinschaften stark beteiligt.

Für das Folgetreffen 2014. will eine Untergruppe der Bischöfe die Impulse des jetzigen Treffens auswerten und diskutieren.