Wüste

Anfangs war die Wüste für Charles de Foucauld vor allem ein Ort der Kontemplation. Im Laufe seines Lebens jedoch erhält sie noch eine zweite Perspektive: Wüste ist auch ein Ort, wo Menschen in Not sind und wo man herausgefordert ist, sich für diese einzusetzen, um ihnen Gutes zu erweisen.

Der 'Wüstentag' ist in den Gemeinschaften Charles de Foucaulds ein Tag des Schweigens, ein Tag der Prüfung und des Gebets. Es geht darum, im Getriebe des Alltags einmal inne zu halten und das loszulassen, was unser Leben 'besetzt'. Er ist eine Zeit, um nach Gott Ausschau zu halten und den Blick auf unsere Mitmenschen zu richten, ihre Not zu sehen und in der Fürbitte für sie einzutreten.

„Man muss einmal die Wüste durchquert haben und darin wohnen, um die Gnade Gottes zu empfangen. Diese Stille, diese Sammlung, dieses von sich Fortscheuchen all dessen, was nicht Gott ist, ist nötig für unser Herz, damit Gott sein Reich darin aufrichten und die innige Verbindung mit sich schaffen kann. Später werden wir genau in dem Maß Frucht bringen, wie der innerliche Mensch in uns gebildet ist. Man kann nur mitteilen, was man besitzt“.