Priestergemeinschaft Jesus Caritas

In Frankreich, aber auch an vielen anderen Stellen, lösten die Kleinen Brüder und Kleinen Schwestern Jesu ein sehr großes Echo aus. Zu dieser 'neuen' Spiritualität fühlten sich auch viele Priester hingezogen. Sie standen aber im Diözesandienst und hatten dort ihren Ort. Ihre missionarische Unruhe, ihre Arbeit im entchristlichten Milieu Frankreichs, das Erleben von Menschen in den Elendsvierteln der Großstädte verstärkten die Suchbewegungen, und so kam es langsam zur Konkretisierung einer Gemeinschaft von Priestern, die aus der Spiritualität Bruder Karls leben wollten.

Am 1. September 1955 wurde die 'Unio sacerdotalis' (heutiger Name: Priestergemeinschaft Jesus Caritas) in Lourdes gegründet. Ende der fünfziger Jahre fasste die 'Unio' Fuß in Deutschland und Österreich. Die Mitglieder der Priestergemeinschaft wollen sich in keiner Weise von ihren Mitbrüdern im Diözesanklerus absondern oder der Verfügung durch den Bischof entziehen.

Weltweit gehören augenblicklich 3500 - 3600 Priester in 29 Ländern der Priestergemeinschaft an. Seit der Karwoche 1997 bilden die Bruderschaften Österreichs mit etwa 60 Priestern eine eigene Region. In Deutschland gehören rund 450 Mitglieder (in der Hauptsache Priester, aber auch Diakone und Laien) zur Priestergemeinschaft Jesus Caritas.

 

Charakteristische Aspekte des Charisma von Charles de Foucauld

- in erster Linie die Liebe zur Person Jesu, im Evangelium vernommen, in der Eucharistie angebetet
- die universale Gemeinschaft mit den Laien, mit jedem Mensch
- der Wille, den Bedüftigsten nahe zu sein
- die Sorge um die Entferntesten, die Ungläubigen, indem "das Evangelium durch das ganze Leben verkündigt wird"
- die Wahl der "armen Mittel" in einer Welt, in der nur Zweckmässigkeit zählt
- der Wille, der Kirche als Diözesanpriester anzugehören, im Vertrauen vom Bischof abhängig zu sein.


Die "Mittel", die sich die Gemeinschaft gibt
- Vor allem das monatliche Treffen in kleinen beständigen Gruppen von 5-6 Priestern, um sich unter Brüdern zu treffen, füreinander zu sorgen, sich frei zu äußern und sich brüderlich auszusprechen, um das Beten zu lernen, um das in der Eucharistie zu feien, was das Leben der Menschen von heute ausmacht
- die tägliche private Gebetszeit
- der Wüstentag einmal im Monat
- die jährliche Einkehrzeit
- der "Nazaretmonat" einmal, mindestens, im Laufe des Lebens.


Eine regionale, überregionale und internationale Struktur regelt das Leben der Gemeinschaft, wobei die legitimen Unterschiede berücksichtig werden. Die Verantwortlichen, auf jeder Ebene, werden von ihren Brüdern für eine Zeit von 6 Jahren gewählt. Eine Wiederwahl ist nicht möglich. Der Bischof muss der Wahl zustimmen. Keiner jedoch verlässt seine diözesanen Funktionen, um diese Verantwortung zu übernehmen. Interkontinentale Versammlungen finden jedes sechste Jahr statt. Die Gemeinschaft aktualisiert bei diesem Treffen ihr Leben in Treue zur Intuition von Charles de Foucauld und sie wählt ihre internationalen Verantwortlichen.


In Deutschland erscheint zweimal im Jahr ein Rundbrief der Priestergemeinschaft, in dem interne Themen behandelt und Informationen mitgeteilt werden.


Im Jahr 2011 hat die Priestergemeinschaft in Ergänzung zu ihrer Wegweisung einige Elemente ihrer Spirtualität in einem Text (pdf) näher beschrieben und einen Kurzfilm erstellt.

Kontaktadressen:

Kuno Kohn
Paulstr. 10a
30167 Hannover

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für Österreich:

Matthias Keil
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