Im Hinblick auf die Seligsprechung von Charles de Foucauld wurde ein
Statement
zusammengestellt von
- Maurice Bouvier, Postulator
- den
Verantwortlichen der verschiedenen Gruppen der geistlichen Familie von Charles
de Foucauld und
- den Amitiés Charles de Foucauld
deutsche Übersetzung : Jürgen Rintelen
Ein Heft mit allen Texten, Predigten usw. kann zum Stückpreis von
0,60 EUR + Porto im Sekretariat der Gemeinschaften Charles de Foucauld erworben
werden.
Berichte und Bilder aus Rom finden Sie
hier.
Samstag, 12. November
16.00 Uhr Vigilfeier:
Meditation über das geistliche Vermächtnis von Charles de Foucauld
bei den Trappisten in Tre Fontane
Hier finden sie einige Texte, die
dort gebetet wurden
anschließend eucharistische
Anbetung, ca. bis 18.30 Uhr ; Zelebrant : Mgr. Francois Blondel Bischof von
Viviers
Sonntag, 13. November
10.00 Uhr
Festgottesdienst zur Seligsprechung von Charles de Foucauld im
Petersdom. Hauptzelebrant : Kardinal Saraiva Martins
Hier
können Sie Einführung, Predigt und Fürbitten in deutscher
Übersetzung nachlesen
Montag, 14. November
9.30 Uhr Dankgottesdienst in der Trappistenabtei Tre Fontane.
Hauptzelebrant: Mgr. Claude Rault, Bischof von
Laghouat-Ghardaia/Sahara
Hier können Sie die Zeugnisse
einer Tuareg aus
Tamanrasset und des Ehemannes der durch ein Wunder
geheilten Frau in deutscher Übersetzung nachlesen
Am 12. Juli 2005 teilte Maurice Bouvier, der Postulator für die
Seligsprechung von Charles de Foucauld, der Generalverantwortlichen der Kleinen
Schwestern Jesu den neuen Termin und Ort der Seligsprechung mit.
Sie wird
am Sonntag, den 13. November in der Peterskirche stattfinden. Gleichzeitig
werden noch zwei Ordensschwestern aus italienischen Kongregationen
seliggesprochen.
Den genauen (französischen) Wortlaut des Briefes
können Sie hier
nachlesen.
Aus Anlass der Seligsprechung haben Maurice Bouvier, die
Verantwortlichen der verschiedenen Gruppen der geistlichen Familie von Charles
de Foucauld und die Amitiés Charles de Foucauld einen Text über das
Leben und die Spiritualität von Charles de Foucauld verfasst.
Hier können Sie ihn in
der Übersetzung von Jürgen Rintelen lesen
Nachdem es in den Tagen nach dem Tod von Johannes Paul II. sehr
widersprüchliche Meldungen bzgl. des vorgesehenen Termins für die
Seligsprechung von Br. Karl gegeben hat, wurde dem Postulator Maurice Bouvier
am 5. April telefonisch mitgeteilt, dass der Termin für die
Seligsprechung von Charles de Foucauld auf ein noch unbestimmtes, vom neuen
Papst festzulegendes Datum verschoben wird.
Am Pfingstmontag findet
bei den Kleinen Schwestern in Trefontane ein Treffen für alle statt, die
ihre Buchungen nicht mehr stornieren konnten oder wollten und trotzdem
Pfingsten nach Rom fahren.
Am 17. Februar 2005 teilte Maurice Bouvier, der Postulator für die
Seligsprechung von Charles de Foucauld, der "Association Famille Spirituelle de
Charles de Foucauld", d.h.den Verantwortlichen der Gemeinschaften in der
Geistlichen Familie von Charles de Foucauld, den genauen Termin und Ort der
Seligsprechung mit.
Den genauen (französischen) Wortlaut können
Sie hier
nachlesen.
Seitdem laufen in vielen Ländern die Überlegungen
und Vorbereitungen für die Gestaltung dieses Ereignisses auf Hochtouren.
Sobald für den deutschsprachigen Raum nähere Informationen vorliegen,
werden wir Sie umgehend veröffentlichen.
Meldung vom 22.2.05 von kna
Charles de Foucauld wird
selig gesprochen Charles de Foucauld (1858-1916), in Straßburg als
Adliger geboren und in Algerien als Einsiedler ermordet, wird am Pfingstsonntag
selig gesprochen
Vatikanstadt, 22.2.2005 (KNA) Charles de Foucauld
(1858-1916), in Straßburg als Adliger geboren und in Algerien als
Einsiedler ermordet, wird am 15. Mai selig gesprochen. Wie die Katholische
Nachrichten-Agentur (KNA) am Dienstag im Vatikan erfuhr, will das
Staatssekretariat dies in einem noch nicht veröffentlichten Schreiben
bekannt geben. Der Vatikan hat die Seligsprechung de Foucaulds am
Pfingstsonntag dem Vernehmen nach mit den algerischen Behörden abgestimmt.
Damit solle vermieden werden, dass die französisch-algerische
Kolonialvergangenheit bei der Feier zu Misstönen führt. Auf de
Foucaulds geistiges Erbe berufen sich weltweit rund 20 verschiedene
Vereinigungen und Ordensgemeinschaften. Die bekanntesten davon sind die Kleinen
Brüder Jesu und die Kleinen Schwestern Jesu.
Meldung vom 18.02.2005 unter www.kath.net
Charles de
Foucauld wird am Pfingstsonntag selig gesprochen
Der französische
Priester lebte jahrelang als Einsiedler mit den Tuareg in der algerischen
Wüste.
Vatikan (www.kath.net / CWNews.com) Charles de Foucauld
(1858-1916) wird am Pfingstsonntag selig gesprochen. Das gaben algerische
Behörden am 16. Februar bekannt. Gemeinsam mit dem französischen
Priester, der jahrelang als Einsiedler mit den Tuareg in der Wüste lebte,
werden sieben spanische Märtyrer und drei Ordensfrauen in den Kreis der
Seligen aufgenommen. Eine große Delegation aus Algerien wird zur
Seligsprechung erwartet.
Der Seligsprechungsprozess für Charles de
Foucauld wurde im April 1978 in der Diözese Ghardaien in Algerien
öffnet.
Charles Eugène Vicomte de Foucauld entstammte einer der
reichsten Adelsfamilien Frankreichs. Er wurde Offizier in der
französischen Armee, war ein Lebemann und Frauenheld und wurde
schließlich aufgrund seiner Lebensführung entlassen.
Im Alter
von 30 Jahren reiste er, als russischer Rabbiner verkleidet, monatelang durch
Marokko. Der Anblick betender Muslime beeindruckte ihn so sehr, dass er sich
zum Christentum bekehrte.
Er schloss sich dem Trappistenorden an, arbeitete
in Frankreich, dann in Syrien und lebte dann einige Jahre als Einsiedler bei
Nazareth in Palästina. 1901 wurde er zum Priester geweiht.
Ab 1905
begab er sich zur Missionsarbeit in die Sahara nach Algerien und lebte als
Einsiedler unter den Tuareg im Hoggar-Gebirge. Er wollte durch sein Vorbild
eines exemplarischen Christseins wirken und wurde von den Tuareg sehr verehrt.
Er erforschte ihre Sprache, hinterließ das bislang beste Wörterbuch,
sammelte Texte, Gedichte und Sprichwörter.
1916 wurde Foucauld von
aufständischen Senussi erschossen.
Seine Pläne zur Gründung
eines eigenen Ordens konnte er nicht mehr verwirklichen. Auf der Grundlage
seiner Ideen entstanden 1936 die Kleinen Brüder Jesu, 1939 die
Gemeinschaft der Kleinen Schwestern Jesu. Sie leben in kleinen
Gemeinschaften zusammen und gehen einem weltlichen Beruf nach.
Meldung vom 20.12.2004 von kna
Vatikanstadt,
20.12.2004 (KNA) Dem Seligsprechung des Münsteraner Kardinals Clemens
August Graf von Galen (1878-1946) steht nichts mehr im Wege. In Anwesenheit des
Papstes veröffentlichte die vatikanische Seligsprechungs-Kongregation ein
Dekret, das dem als "Löwen von Münster" bekannten NS-Gegner ein
Wunder zuerkennt. Ein Termin für die offizielle Erhebung zur Ehre der
Altäre durch den Papst muss noch in Abstimmung von Vatikan und Bistum
Münster gefunden werden.
Den deutschen Dominikanerpater Titus Horten
(1882-1936) erkannte die Kongregation zugleich den heroischen Tugendgrad zu.
Ein Heilungswunder bestätigte sie für den in Algerien
getöteten Priester Charles de Foucauld (1858-1916). Der aus
Straßburg stammende Franzose lebte als Einsiedler in der algerischen
Sahara und wurde während des Ersten Weltkriegs am 1. Dezember 1916 in
Tamanrasset beraubt und erschossen. Auf ihn berufen sich spätere
Gründungen von Orden und Gemeinschaften wie die "Kleinen Brüder Jesu"
oder die "Kleinen Schwestern Jesu".
Meldung vom 20.12.2004 unter www.kath.net
Bald selig: Charles
de Foucauld und Bischof Clemens von Galen
Die vatikanische
Heiligsprechungskongregation veröffentlichte die Dekrete, in denen die
für die Seligsprechung nötigen Wunder anerkannt werden.
Rom (www.kath.net) Der Bischof von Münster, Kardinal Clemens
August Graf von Galen (1878-1946), wird voraussichtlich im kommenden Jahr selig
gesprochen werden. Der Vatikan veröffentlichte am Montag ein Dekret, das
ein Wunder anerkannte, das auf die Fürsprache von Galens geschehen ist.
Ein genauer Termin für die Seligsprechung steht noch nicht fest. Von Galen
"verteidigte das Volk vor den Irrtümern und den Aggressionen des
Nationalsozialismus und riskierte die Inhaftierung und den Tod", heißt es
in der Stellungnahme der vatikanischen Heiligsprechungskongregation.
Auch der Seligsprechung des Priesters Charles de Foucauld
(1858-1916) steht nichts mehr im Weg. Der Vatikan bestätigte per
Dekret ein Wunder, das auf die Fürsprache des Einsiedlers geschehen ist.
Der Seligsprechungsprozess für Charles de Foucauld wurde im April 1978
in der Diözese Ghardaien in Algerien öffnet. 2001 wurde ihm vom
Vatikan der "heroische Tugendgrad" zuerkannt.
Charles de Foucauld habe "in
Armut, in Kontemplation und in Demut gelebt und die Liebe Gottes unter den
Christen, Juden und Muslimen brüderlich bezeugt", heißt es in der
heute veröffentlichten Erklärung.
Kurzbiographie kleiner
Bruder Charles
Charles Eugène Vicomte de Foucauld entstammte einer
der reichsten Adelsfamilien Frankreichs. Er wurde Offizier in der
französischen Armee, war ein Lebemann und Frauenheld und wurde
schließlich wegen seiner Lebensführung entlassen. Im Alter von 30
Jahren reiste er, als russischer Rabbiner verkleidet, monatelang durch Marokko.
Der Anblick betender Muslime beeindruckte ihn so sehr, dass er sich zum
Christentum bekehrte.
Er schloss sich dem Trappistenorden an, arbeitete in
Frankreich, dann in Syrien und lebte dann einige Jahre als Einsiedler bei
Nazareth in Palästina. 1901 wurde er zum Priester geweiht. Ab 1905 begab
er sich zur Missionsarbeit in die Sahara nach Algerien und lebte als Einsiedler
unter den Tuareg im Hoggar-Gebirge.
Er wollte durch sein Vorbild eines
exemplarischen Christseins wirken und wurde von den Tuareg sehr verehrt. Er
erforschte ihre Sprache, hinterließ das bislang beste Wörterbuch,
sammelte Texte, Gedichte und Sprichwörter. 1916 wurde Foucauld von
aufständischen Senussi erschossen.
Seine Pläne zur Gründung
eines eigenen Ordens konnte er nicht mehr verwirklichen. Auf der Grundlage
seiner Ideen entstanden 1936 die "Kleinen Brüder Jesu", 1939 die
Gemeinschaft der "Kleinen Schwestern Jesu". Sie leben in kleinen Gemeinschaften
zusammen und gehen einem weltlichen Beruf nach.
| 1.12.1916 | Tod Bruder Karls in Tamanrasset (im Gebiet der apostolischen Präfektur Ghardaia / Sahara) |
| Diözesane Phase: | |
| 16.2.1927 | In Ghardaia wird durch den Apostolischen Vikar, Bischof Nouet, das informationsverfahren über den Ruf der Heiligkeit des Dieners Gottes eingeleitet |
| bis 1939 | Anhörung der Zeugen des Lebens von Charles de Foucauld innerhalb der Diözese |
| 1939 - 1945 | Während des Krieges wird die Tätigkeit der Postulation verlangsamt |
| bis 1945 | Suche und Sammlung der Schriften und Arbeiten von Charles de Foucauld |
| 10.2.1947 | Abschluss des informationsverfahrens und der diözesanen Phase |
| 11.4.1947 | Die Unterlagen für das Verfahren über Leben, Tugenden und Ruf der Heiligkeit und die Schriften werden in Rom eingereicht |
| Römische Phase: | |
| 1947 - 1956 | Prüfung der Schriften und der diözesanen Unterlagen des Verfahren durch die Ritenkongregation in Rom |
| 1956 | Untergrecung der Arbeiten wegen des Konflikts zwischen Frankreich und Algerien |
| 30.3.1967 | Wiederaufnahme der Arbeiten am Verfahren in Rom |
| 1.6.1968 | Dekret zur Anerkennung der Schirften des Dieners Gottes Charles de Foucauld |
| 13.4.1978 | Eröffnung des Verfahrens bei der römischen Kongregation für die Heiligsprechungen |
| 17.11.1979 | Die Kongregation erbittet zusätzliche geschichtliche Untersuchungen, die in einen Bericht über Leben, Ruf der Heiligkeit und Tugenden Charles de Foucaulds münden sollen |
| 1980 | Die Postulation beginnt an diesem Bericht zu arbeiten |
| 21.6.1991 | Dekret über die Gültigkeit der diözesanen Verfahren von 1927 bis 1939 |
| 25.7.1995 | Vorlage des erbetenenen Berichts bei der Kongregation für die Heiligsprechungen durch den Postulator. Eine Prüfung dieses Berichts (positio super virtutibus) durch eine Theologenkommission wird vorgesehen, um über Ja oder Nein der heroischen Tugendhaftigkeit Charles de Foucaulds zu befinden |
| Juni 2000 | Ernennung der Mitglieder dieser Theologenkommission |
| 20.10.2000 | Die neun Mitglieder dieser Kommission äußern sich einstimmig positiv über die heroische Übung der christlichen Tugenden im Leben des Diensers Gottes Charles de Foucauld |
| 9.2.2001 | Die Kongregation für die Heiligsprechungen äußert sich positiv über die Heroizität der Tugenden |
| 24.4.2001 | Das Dekret über die Heroizität der Tugenden des Dieners Gottes Charles de Foucauld wird von Papst Johannes Paul II anerkannt |
| Durch diese päpstliche Entscheidung wird Charles de Foucauld der Titel "Ehrwürdig" verliehen. Sie beendet die 1927 begonnene Prozedur und eröffnet den Weg zur Seligsprechung. Entsprechend der Praxis der Kirche wird jetzt ein Wunder benötigt,damit es zur Seligsprechung kommt, als Erweis, dass der Betreffende von seiner Vollendung her zugunsten von Menschen wirken kann ... | |
| 1.3.2003 | Eine 20 Jahre zurückliegende, aber bestens dokumentierte wunderbare Heilung - offenbar auf die Fürsprache Charles de Foucaulds - im Bereich der Erzdiözese Mailand wird nach eingehender Untersuchung dort anerkannt (Beschreibung des Wunders) |
| Oktober 2004 | Dieses Wunder wird auch vom Vatikan anerkannt |
Jürgen Rintelen, Mitglied der
Priestergemeinschaft
aus: Mitten in der Welt, Heft 171, 2005
Was bedeutet eigentlich eine Selig- oder Heiligsprechung?
Zur Klarstellung vorweg: Für die Betroffenen und für
das Verhältnis von Gott zu ihnen (und umgekehrt) bedeutet so eine Feier
oder "Erhebung" gar nichts. Wer selig gesprochen wird, rückt im Himmel
keinen Rang höher, wenn es dort überhaupt Ränge gibt. Und wenn
es sie gibt, kann auch kein Papst und keine Kurie darüber befinden, wer
dort an welchen Platz gelangen soll. Das ist allein Gottes Sache.
Selig- und Heiligsprechungen, die ganze Heiligenverehrung zielen auf
uns Erdenbürger ab, manchmal vor allem auf bestimmte Gruppen oder auf die
Gläubigen bestimmter Länder. Es geht im Grunde um die Frage, ob
Menschen, die für andere Bedeutung erlangt haben, für diese
tatsächlich Anregung, ja Vorbilder auf ihrem Lebensweg sein können.
Es ist ja gar nicht so, dass sie alle schon von Anfang an als Heilige gelebt
hätten, wie das in manchen Legenden erzählt wird. Viele haben ihr
Leben erst im Lauf der Zeit ganz neu auf Gott und ihre Mitmenschen
ausgerichtet. Gerade die Berühmtesten, denken wir nur an Franz von Assisi,
an Ignatius von Loyola, auch an Teresa von Avila und viele andere, haben ganz
deutliche Bekehrungserlebnisse hinter sich und sind dann Wege gegangen, die sie
mit der kirchlichen Obrigkeit in Konflikte gebracht haben. Gar nicht selten hat
es nach ihrem Tod noch Jahrzehnte gedauert, bis diese Konflikte für ihre
Gründungen und Gemeinschaften überwunden waren.
Dann war oder
ist eine Selig- oder Heiligsprechung die Bestätigung durch die
Verantwortlichen in der Kirche: Ja doch, die Lebensweise dieses Menschen war -
zumindest in der letzten Phase - vorbildlich für ein Leben aus dem
Glauben. Und was er oder sie auf den Weg gebracht hat (oft sind das ja
geistliche Gemeinschaften oder Orden), hat einen berechtigten Platz in der
Kirche. Auch wenn das am Anfang vielleicht sehr unsicher schien oder, wie man
oft sagt, wenn sie ihrer jeweiligen Zeit weit voraus waren und zunächst
unverstanden blieben. Was sie erspürt und gewirkt haben, war
offensichtlich doch von Gottes Geist bewegt.
Nun sind aber schon jene
Heiligen, die wir namentlich kennen und ehren, so vielfältig und
untereinander verschieden, dass niemand alle zugleich zum Vorbild für sein
Leben als Christ nehmen kann: Hedwig, Birgitta von Schweden, Kaiser Karl,
Bruder Klaus von Flüe, Franz von Assisi, Katharina von Siena usw. Oh ja,
es gibt sehr verschiedene Wege zur Vollendung in Gott. Und doch kommen alle in
einem überein: in der Ausrichtung auf das Evangelium. Oder noch direkter:
in der Ausrichtung auf Jesus selbst, der für uns Mensch geworden ist. Sie
alle haben versucht, ihr Leben jeweils an ihrem Platz nach seinem Leben und
seiner Lehre zu gestalten, deren Kern Jesus selbst so benannt hat: Du sollst
den Herrn, deinen Gott, lieben aus ganzem Herzen und mit aller Kraft und deinen
Nächsten wie dich selbst. Und die Seligpreisungen lassen sich doch so
zusammenfassen: Selig, wenn ihr Christus ähnlich werdet, vom Verhalten im
Zusammenleben in dieser Welt bis hinein ins Leiden. Solches Leiden ist doch
nicht eine extra Strafaktion Gottes für bestimmte Menschen, sondern eine
Folge all der Verkehrtheiten, die von alters her und immer wieder durch die
Sünde in unser Verhalten geraten sind. Christus hat das Leiden ausgehalten
und sich darin ganz in die Hand des Vaters gegeben - und ist so in die
Vollendung eingegangen. Auch in diesem schweren Wegstück können, ja
dürfen wir ihm verbunden bleiben.
KS Brigitta Maria, Kleine
Schwestern Jesu
Seligsprechung von Charles de
Foucauld
Ich freue mich sehr, dass
Charles de Foucauld am 15. Mai, Pfingstsonntag, in Rom seliggesprochen wird.
Wir freuen uns als grosse Familie darüber und so möchte ich ein paar
Gedanken von unserer Generalverantwortlichen Kl. Sr. Raymonde Andrée
dazu bringen: 
"Es ist ein Moment, wo
wir wieder unsere Liebe zu Br. Karl (Charles de Foucauld) erneuern dürfen:
Zu ihm, der "aus der Religion eine Sache der Liebe" gemacht hat und der uns
sagt, dass es nur ein Vorbild gibt - Jesus - : "Ich habe mein Herz an Jesus von
Nazaret verloren, der vor 1900 gekreuzigt wurde und ich möchte ihn in all
meiner Armseligkeit mein Leben lang nachahmen."
Zu ihm, der sich begeistern
ließ von der "Demut Gottes": "Die Menschwerdung hat ihren Ursprung in der
Güte Gottes, dabei erscheint zu aller erst eine Sache so wunderbar, so
erstaunlich und leuchtet als unergründliches Zeichen: nämlich die
unendliche Demut Gottes, die dieses Geheimnis beinhaltet..."
Zu ihm, der,
der Bruder aller sein wollte; der sich leidenschaftlich für das Heil der
Welt einsetzte, in der Nachfolge des Retters Jesu Christi; der gepackt war vom
Geheimnis der Eucharistie, dem Sakrament der leiblichen Gegenwart, die nicht
vom "Sakrament des Bruder, der Schwester" zu trennen ist."