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Seligsprechung





Zeitlicher Verlauf


November 2005: Programm rund um die Seligsprechung in Rom mit Texten zu den Gottesdiensten
(ein Heft mit allen Texten, Predigten usw. kann zum Stückpreis von 0,60 EUR + Porto im Sekretariat der Gemeinschaften Charles de Foucauld erworben werden)
Juli 2005: Der Termin für die Seligsprechung von Charles de Foucauld wird auf 13. November festgelegt
April 2005: Terminverschiebung der Seligsprechung nach dem Tod von Johannes Paul II
Februar 2005: Der Termin für die Seligsprechung steht fest: Am 15. Mai 2005, am Pfingstsonntag, wird Charles de Foucauld auf dem Petersplatz in Rom seliggesprochen (Pressestimmen)
Dez 2004: Der Vatikan erkennt ein Wunder auf die Fürsprache Charles de Foucaulds an und ebnet so den Weg zur Seligsprechung (Pressestimmen)
Daten und Hintergründe zum Prozess der Seligsprechung Charles de Foucaulds vom Todestag am 1.Dezember 1916 bis Oktober 2004



Was kann Charles de Foucauld heutigen Christen sagen?


Im Hinblick auf die Seligsprechung von Charles de Foucauld wurde ein Statement zusammengestellt von

- Maurice Bouvier, Postulator
- den Verantwortlichen der verschiedenen Gruppen der geistlichen Familie von Charles de Foucauld und
- den Amitiés Charles de Foucauld
deutsche Übersetzung : Jürgen Rintelen




Seligsprechung, was ist das eigentlich, welche Auswirkungen hat das auf uns heute?
Eindrücke von Mitgliedern der Geistlichen Familie Charles de Foucaulds

Jürgen Rintelen, Priestergemeinschaft: Was bedeutet eigentlich eine Selig- oder Heiligsprechung?
KS Brigitta Maria, Kleine Schwestern Jesu


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Programm rund um die Seligsprechung in Rom mit verschiedenen Texten aus den Gottesdiensten


Ein Heft mit allen Texten, Predigten usw. kann zum Stückpreis von 0,60 EUR + Porto im Sekretariat der Gemeinschaften Charles de Foucauld erworben werden.
Berichte und Bilder aus Rom finden Sie hier.


Samstag, 12. November

16.00 Uhr Vigilfeier: Meditation über das geistliche Vermächtnis von Charles de Foucauld bei den Trappisten in Tre Fontane
Hier finden sie einige Texte, die dort gebetet wurden

anschließend eucharistische Anbetung, ca. bis 18.30 Uhr ; Zelebrant : Mgr. Francois Blondel Bischof von Viviers


Sonntag, 13. November

10.00 Uhr Festgottesdienst zur Seligsprechung von Charles de Foucauld im Petersdom. Hauptzelebrant : Kardinal Saraiva Martins
Hier können Sie Einführung, Predigt und Fürbitten in deutscher Übersetzung nachlesen


Montag, 14. November

9.30 Uhr Dankgottesdienst in der Trappistenabtei Tre Fontane. Hauptzelebrant: Mgr. Claude Rault, Bischof von Laghouat-Ghardaia/Sahara
Hier können Sie die Zeugnisse einer Tuareg aus Tamanrasset und des Ehemannes der durch ein Wunder geheilten Frau in deutscher Übersetzung nachlesen


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Der Termin für die Seligsprechung von Charles de Foucauld wird auf 13. November festgelegt


Am 12. Juli 2005 teilte Maurice Bouvier, der Postulator für die Seligsprechung von Charles de Foucauld, der Generalverantwortlichen der Kleinen Schwestern Jesu den neuen Termin und Ort der Seligsprechung mit.
Sie wird am Sonntag, den 13. November in der Peterskirche stattfinden. Gleichzeitig werden noch zwei Ordensschwestern aus italienischen Kongregationen seliggesprochen.

Den genauen (französischen) Wortlaut des Briefes können Sie hier nachlesen.

Aus Anlass der Seligsprechung haben Maurice Bouvier, die Verantwortlichen der verschiedenen Gruppen der geistlichen Familie von Charles de Foucauld und die Amitiés Charles de Foucauld einen Text über das Leben und die Spiritualität von Charles de Foucauld verfasst. Hier können Sie ihn in der Übersetzung von Jürgen Rintelen lesen

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Terminverschiebung der Seligsprechung nach dem Tod von Johannes Paul II



Nachdem es in den Tagen nach dem Tod von Johannes Paul II. sehr widersprüchliche Meldungen bzgl. des vorgesehenen Termins für die Seligsprechung von Br. Karl gegeben hat, wurde dem Postulator Maurice Bouvier am 5. April telefonisch mitgeteilt, dass der Termin für die Seligsprechung von Charles de Foucauld auf ein noch unbestimmtes, vom neuen Papst festzulegendes Datum verschoben wird.

Am Pfingstmontag findet bei den Kleinen Schwestern in Trefontane ein Treffen für alle statt, die ihre Buchungen nicht mehr stornieren konnten oder wollten und trotzdem Pfingsten nach Rom fahren.

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Der Termin für die Seligsprechung steht fest: Am 15. Mai 2005, am Pfingstsonntag, wird Charles de Foucauld auf dem Petersplatz in Rom seliggesprochen


Am 17. Februar 2005 teilte Maurice Bouvier, der Postulator für die Seligsprechung von Charles de Foucauld, der "Association Famille Spirituelle de Charles de Foucauld", d.h.den Verantwortlichen der Gemeinschaften in der Geistlichen Familie von Charles de Foucauld, den genauen Termin und Ort der Seligsprechung mit.
Den genauen (französischen) Wortlaut können Sie hier nachlesen.

Seitdem laufen in vielen Ländern die Überlegungen und Vorbereitungen für die Gestaltung dieses Ereignisses auf Hochtouren. Sobald für den deutschsprachigen Raum nähere Informationen vorliegen, werden wir Sie umgehend veröffentlichen.


Meldung vom 22.2.05 von kna

Charles de Foucauld wird selig gesprochen Charles de Foucauld (1858-1916), in Straßburg als Adliger geboren und in Algerien als Einsiedler ermordet, wird am Pfingstsonntag selig gesprochen
Vatikanstadt, 22.2.2005 (KNA) Charles de Foucauld (1858-1916), in Straßburg als Adliger geboren und in Algerien als Einsiedler ermordet, wird am 15. Mai selig gesprochen. Wie die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) am Dienstag im Vatikan erfuhr, will das Staatssekretariat dies in einem noch nicht veröffentlichten Schreiben bekannt geben. Der Vatikan hat die Seligsprechung de Foucaulds am Pfingstsonntag dem Vernehmen nach mit den algerischen Behörden abgestimmt. Damit solle vermieden werden, dass die französisch-algerische Kolonialvergangenheit bei der Feier zu Misstönen führt. Auf de Foucaulds geistiges Erbe berufen sich weltweit rund 20 verschiedene Vereinigungen und Ordensgemeinschaften. Die bekanntesten davon sind die Kleinen Brüder Jesu und die Kleinen Schwestern Jesu.


Meldung vom 18.02.2005 unter www.kath.net

Charles de Foucauld wird am Pfingstsonntag selig gesprochen
Der französische Priester lebte jahrelang als Einsiedler mit den Tuareg in der algerischen Wüste.

Vatikan (www.kath.net / CWNews.com) Charles de Foucauld (1858-1916) wird am Pfingstsonntag selig gesprochen. Das gaben algerische Behörden am 16. Februar bekannt. Gemeinsam mit dem französischen Priester, der jahrelang als Einsiedler mit den Tuareg in der Wüste lebte, werden sieben spanische Märtyrer und drei Ordensfrauen in den Kreis der Seligen aufgenommen. Eine große Delegation aus Algerien wird zur Seligsprechung erwartet.
Der Seligsprechungsprozess für Charles de Foucauld wurde im April 1978 in der Diözese Ghardaien in Algerien öffnet.
Charles Eugène Vicomte de Foucauld entstammte einer der reichsten Adelsfamilien Frankreichs. Er wurde Offizier in der französischen Armee, war ein Lebemann und Frauenheld und wurde schließlich aufgrund seiner Lebensführung entlassen.
Im Alter von 30 Jahren reiste er, als russischer Rabbiner verkleidet, monatelang durch Marokko. Der Anblick betender Muslime beeindruckte ihn so sehr, dass er sich zum Christentum bekehrte.
Er schloss sich dem Trappistenorden an, arbeitete in Frankreich, dann in Syrien und lebte dann einige Jahre als Einsiedler bei Nazareth in Palästina. 1901 wurde er zum Priester geweiht.
Ab 1905 begab er sich zur Missionsarbeit in die Sahara nach Algerien und lebte als Einsiedler unter den Tuareg im Hoggar-Gebirge. Er wollte durch sein Vorbild eines exemplarischen Christseins wirken und wurde von den Tuareg sehr verehrt. Er erforschte ihre Sprache, hinterließ das bislang beste Wörterbuch, sammelte Texte, Gedichte und Sprichwörter.
1916 wurde Foucauld von aufständischen Senussi erschossen.
Seine Pläne zur Gründung eines eigenen Ordens konnte er nicht mehr verwirklichen. Auf der Grundlage seiner Ideen entstanden 1936 die „Kleinen Brüder Jesu“, 1939 die Gemeinschaft der „Kleinen Schwestern Jesu“. Sie leben in kleinen Gemeinschaften zusammen und gehen einem weltlichen Beruf nach.

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Der Vatikan erkennt ein Wunder auf die Fürsprache Charles de Foucaulds an und ebnet so den Weg zur Seligsprechung


Meldung vom 20.12.2004 von kna


Vatikanstadt, 20.12.2004 (KNA) Dem Seligsprechung des Münsteraner Kardinals Clemens August Graf von Galen (1878-1946) steht nichts mehr im Wege. In Anwesenheit des Papstes veröffentlichte die vatikanische Seligsprechungs-Kongregation ein Dekret, das dem als "Löwen von Münster" bekannten NS-Gegner ein Wunder zuerkennt. Ein Termin für die offizielle Erhebung zur Ehre der Altäre durch den Papst muss noch in Abstimmung von Vatikan und Bistum Münster gefunden werden.
Den deutschen Dominikanerpater Titus Horten (1882-1936) erkannte die Kongregation zugleich den heroischen Tugendgrad zu.

Ein Heilungswunder bestätigte sie für den in Algerien getöteten Priester Charles de Foucauld (1858-1916). Der aus Straßburg stammende Franzose lebte als Einsiedler in der algerischen Sahara und wurde während des Ersten Weltkriegs am 1. Dezember 1916 in Tamanrasset beraubt und erschossen. Auf ihn berufen sich spätere Gründungen von Orden und Gemeinschaften wie die "Kleinen Brüder Jesu" oder die "Kleinen Schwestern Jesu".

Meldung vom 20.12.2004 unter www.kath.net

Bald selig: Charles de Foucauld und Bischof Clemens von Galen
Die vatikanische Heiligsprechungskongregation veröffentlichte die Dekrete, in denen die für die Seligsprechung nötigen Wunder anerkannt werden.



Rom (www.kath.net) Der Bischof von Münster, Kardinal Clemens August Graf von Galen (1878-1946), wird voraussichtlich im kommenden Jahr selig gesprochen werden. Der Vatikan veröffentlichte am Montag ein Dekret, das ein Wunder anerkannte, das auf die Fürsprache von Galens geschehen ist. Ein genauer Termin für die Seligsprechung steht noch nicht fest. Von Galen "verteidigte das Volk vor den Irrtümern und den Aggressionen des Nationalsozialismus und riskierte die Inhaftierung und den Tod", heißt es in der Stellungnahme der vatikanischen Heiligsprechungskongregation.

Auch der Seligsprechung des Priesters Charles de Foucauld (1858-1916) steht nichts mehr im Weg. Der Vatikan bestätigte per Dekret ein Wunder, das auf die Fürsprache des Einsiedlers geschehen ist.
Der Seligsprechungsprozess für Charles de Foucauld wurde im April 1978 in der Diözese Ghardaien in Algerien öffnet. 2001 wurde ihm vom Vatikan der "heroische Tugendgrad" zuerkannt.
Charles de Foucauld habe "in Armut, in Kontemplation und in Demut gelebt und die Liebe Gottes unter den Christen, Juden und Muslimen brüderlich bezeugt", heißt es in der heute veröffentlichten Erklärung.

Kurzbiographie kleiner Bruder Charles
Charles Eugène Vicomte de Foucauld entstammte einer der reichsten Adelsfamilien Frankreichs. Er wurde Offizier in der französischen Armee, war ein Lebemann und Frauenheld und wurde schließlich wegen seiner Lebensführung entlassen. Im Alter von 30 Jahren reiste er, als russischer Rabbiner verkleidet, monatelang durch Marokko. Der Anblick betender Muslime beeindruckte ihn so sehr, dass er sich zum Christentum bekehrte.
Er schloss sich dem Trappistenorden an, arbeitete in Frankreich, dann in Syrien und lebte dann einige Jahre als Einsiedler bei Nazareth in Palästina. 1901 wurde er zum Priester geweiht. Ab 1905 begab er sich zur Missionsarbeit in die Sahara nach Algerien und lebte als Einsiedler unter den Tuareg im Hoggar-Gebirge.
Er wollte durch sein Vorbild eines exemplarischen Christseins wirken und wurde von den Tuareg sehr verehrt. Er erforschte ihre Sprache, hinterließ das bislang beste Wörterbuch, sammelte Texte, Gedichte und Sprichwörter. 1916 wurde Foucauld von aufständischen Senussi erschossen.
Seine Pläne zur Gründung eines eigenen Ordens konnte er nicht mehr verwirklichen. Auf der Grundlage seiner Ideen entstanden 1936 die "Kleinen Brüder Jesu", 1939 die Gemeinschaft der "Kleinen Schwestern Jesu". Sie leben in kleinen Gemeinschaften zusammen und gehen einem weltlichen Beruf nach.

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Daten und Hintergründe zum Prozess der Seligsprechung Charles de Foucaulds vom Todestag am 1.Dezember 1916 bis Oktober 2004



1.12.1916 Tod Bruder Karls in Tamanrasset (im Gebiet der apostolischen Präfektur Ghardaia / Sahara)
Diözesane Phase:  
16.2.1927 In Ghardaia wird durch den Apostolischen Vikar, Bischof Nouet, das informationsverfahren über den Ruf der Heiligkeit des Dieners Gottes eingeleitet
bis 1939 Anhörung der Zeugen des Lebens von Charles de Foucauld innerhalb der Diözese
1939 - 1945 Während des Krieges wird die Tätigkeit der Postulation verlangsamt
bis 1945 Suche und Sammlung der Schriften und Arbeiten von Charles de Foucauld
10.2.1947 Abschluss des informationsverfahrens und der diözesanen Phase
11.4.1947 Die Unterlagen für das Verfahren über Leben, Tugenden und Ruf der Heiligkeit und die Schriften werden in Rom eingereicht
Römische Phase:  
1947 - 1956 Prüfung der Schriften und der diözesanen Unterlagen des Verfahren durch die Ritenkongregation in Rom
1956 Untergrecung der Arbeiten wegen des Konflikts zwischen Frankreich und Algerien
30.3.1967 Wiederaufnahme der Arbeiten am Verfahren in Rom
1.6.1968 Dekret zur Anerkennung der Schirften des Dieners Gottes Charles de Foucauld
13.4.1978 Eröffnung des Verfahrens bei der römischen Kongregation für die Heiligsprechungen
17.11.1979 Die Kongregation erbittet zusätzliche geschichtliche Untersuchungen, die in einen Bericht über Leben, Ruf der Heiligkeit und Tugenden Charles de Foucaulds münden sollen
1980 Die Postulation beginnt an diesem Bericht zu arbeiten
21.6.1991 Dekret über die Gültigkeit der diözesanen Verfahren von 1927 bis 1939
25.7.1995 Vorlage des erbetenenen Berichts bei der Kongregation für die Heiligsprechungen durch den Postulator. Eine Prüfung dieses Berichts (positio super virtutibus) durch eine Theologenkommission wird vorgesehen, um über Ja oder Nein der heroischen Tugendhaftigkeit Charles de Foucaulds zu befinden
Juni 2000 Ernennung der Mitglieder dieser Theologenkommission
20.10.2000 Die neun Mitglieder dieser Kommission äußern sich einstimmig positiv über die heroische Übung der christlichen Tugenden im Leben des Diensers Gottes Charles de Foucauld
9.2.2001 Die Kongregation für die Heiligsprechungen äußert sich positiv über die Heroizität der Tugenden
24.4.2001 Das Dekret über die Heroizität der Tugenden des Dieners Gottes Charles de Foucauld wird von Papst Johannes Paul II anerkannt
  Durch diese päpstliche Entscheidung wird Charles de Foucauld der Titel "Ehrwürdig" verliehen. Sie beendet die 1927 begonnene Prozedur und eröffnet den Weg zur Seligsprechung. Entsprechend der Praxis der Kirche wird jetzt ein Wunder benötigt,damit es zur Seligsprechung kommt, als Erweis, dass der Betreffende von seiner Vollendung her zugunsten von Menschen wirken kann ...
1.3.2003 Eine 20 Jahre zurückliegende, aber bestens dokumentierte wunderbare Heilung - offenbar auf die Fürsprache Charles de Foucaulds - im Bereich der Erzdiözese Mailand wird nach eingehender Untersuchung dort anerkannt (Beschreibung des Wunders)
Oktober 2004 Dieses Wunder wird auch vom Vatikan anerkannt
   
   

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Jürgen Rintelen, Mitglied der Priestergemeinschaft
aus: Mitten in der Welt, Heft 171, 2005

Was bedeutet eigentlich eine Selig- oder Heiligsprechung?

Zur Klarstellung vorweg: Für die Betroffenen und für das Verhältnis von Gott zu ihnen (und umgekehrt) bedeutet so eine Feier oder "Erhebung" gar nichts. Wer selig gesprochen wird, rückt im Himmel keinen Rang höher, wenn es dort überhaupt Ränge gibt. Und wenn es sie gibt, kann auch kein Papst und keine Kurie darüber befinden, wer dort an welchen Platz gelangen soll. Das ist allein Gottes Sache.

Selig- und Heiligsprechungen, die ganze Heiligenverehrung zielen auf uns Erdenbürger ab, manchmal vor allem auf bestimmte Gruppen oder auf die Gläubigen bestimmter Länder. Es geht im Grunde um die Frage, ob Menschen, die für andere Bedeutung erlangt haben, für diese tatsächlich Anregung, ja Vorbilder auf ihrem Lebensweg sein können. Es ist ja gar nicht so, dass sie alle schon von Anfang an als Heilige gelebt hätten, wie das in manchen Legenden erzählt wird. Viele haben ihr Leben erst im Lauf der Zeit ganz neu auf Gott und ihre Mitmenschen ausgerichtet. Gerade die Berühmtesten, denken wir nur an Franz von Assisi, an Ignatius von Loyola, auch an Teresa von Avila und viele andere, haben ganz deutliche Bekehrungserlebnisse hinter sich und sind dann Wege gegangen, die sie mit der kirchlichen Obrigkeit in Konflikte gebracht haben. Gar nicht selten hat es nach ihrem Tod noch Jahrzehnte gedauert, bis diese Konflikte für ihre Gründungen und Gemeinschaften überwunden waren.

Dann war oder ist eine Selig- oder Heiligsprechung die Bestätigung durch die Verantwortlichen in der Kirche: Ja doch, die Lebensweise dieses Menschen war - zumindest in der letzten Phase - vorbildlich für ein Leben aus dem Glauben. Und was er oder sie auf den Weg gebracht hat (oft sind das ja geistliche Gemeinschaften oder Orden), hat einen berechtigten Platz in der Kirche. Auch wenn das am Anfang vielleicht sehr unsicher schien oder, wie man oft sagt, wenn sie ihrer jeweiligen Zeit weit voraus waren und zunächst unverstanden blieben. Was sie erspürt und gewirkt haben, war offensichtlich doch von Gottes Geist bewegt.

Nun sind aber schon jene Heiligen, die wir namentlich kennen und ehren, so vielfältig und untereinander verschieden, dass niemand alle zugleich zum Vorbild für sein Leben als Christ nehmen kann: Hedwig, Birgitta von Schweden, Kaiser Karl, Bruder Klaus von Flüe, Franz von Assisi, Katharina von Siena usw. Oh ja, es gibt sehr verschiedene Wege zur Vollendung in Gott. Und doch kommen alle in einem überein: in der Ausrichtung auf das Evangelium. Oder noch direkter: in der Ausrichtung auf Jesus selbst, der für uns Mensch geworden ist. Sie alle haben versucht, ihr Leben jeweils an ihrem Platz nach seinem Leben und seiner Lehre zu gestalten, deren Kern Jesus selbst so benannt hat: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus ganzem Herzen und mit aller Kraft und deinen Nächsten wie dich selbst. Und die Seligpreisungen lassen sich doch so zusammenfassen: Selig, wenn ihr Christus ähnlich werdet, vom Verhalten im Zusammenleben in dieser Welt bis hinein ins Leiden. Solches Leiden ist doch nicht eine extra Strafaktion Gottes für bestimmte Menschen, sondern eine Folge all der Verkehrtheiten, die von alters her und immer wieder durch die Sünde in unser Verhalten geraten sind. Christus hat das Leiden ausgehalten und sich darin ganz in die Hand des Vaters gegeben - und ist so in die Vollendung eingegangen. Auch in diesem schweren Wegstück können, ja dürfen wir ihm verbunden bleiben.

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KS Brigitta Maria, Kleine Schwestern Jesu

Seligsprechung von Charles de Foucauld

CharlesIch freue mich sehr, dass Charles de Foucauld am 15. Mai, Pfingstsonntag, in Rom seliggesprochen wird. Wir freuen uns als grosse Familie darüber und so möchte ich ein paar Gedanken von unserer Generalverantwortlichen Kl. Sr. Raymonde Andrée dazu bringen: Charles
"Es ist ein Moment, wo wir wieder unsere Liebe zu Br. Karl (Charles de Foucauld) erneuern dürfen:
Zu ihm, der "aus der Religion eine Sache der Liebe" gemacht hat und der uns sagt, dass es nur ein Vorbild gibt - Jesus - : "Ich habe mein Herz an Jesus von Nazaret verloren, der vor 1900 gekreuzigt wurde und ich möchte ihn in all meiner Armseligkeit mein Leben lang nachahmen."
Zu ihm, der sich begeistern ließ von der "Demut Gottes": "Die Menschwerdung hat ihren Ursprung in der Güte Gottes, dabei erscheint zu aller erst eine Sache so wunderbar, so erstaunlich und leuchtet als unergründliches Zeichen: nämlich die unendliche Demut Gottes, die dieses Geheimnis beinhaltet..."
Zu ihm, der, der Bruder aller sein wollte; der sich leidenschaftlich für das Heil der Welt einsetzte, in der Nachfolge des Retters Jesu Christi; der gepackt war vom Geheimnis der Eucharistie, dem Sakrament der leiblichen Gegenwart, die nicht vom "Sakrament des Bruder, der Schwester" zu trennen ist."

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